Der Emmendinger Willi Karle war einer der erfolgreichsten Radamateure Baden-Württembergs, mit zwei deutschen Meistertiteln ist er mittlerweile einer der erfolgreichsten deutschen Seniorenfahrer. Die südbadischen Radsportbeobachter sind sich allerdings auch einig, dass Willi Karle zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Radsportszene gehört. Im positiven wie im negativen Sinne. Berühmt berüchtigt sind neben den unzähligen Erfolgen Karles auch auch seine rüden Attacken. Der 56-Jährige erzählt im Interview aus seiner Zeit als Rowdie auf dem Rad, redet über die Veränderungen im Seniorenradsport und über den Horror-Sturz in Neustadt/Weinstraße. Willi Karles Motto: "Wenn man nur geradeaus fährt, gewinnt man keine Lorbeeren." Nach diesem Credo fährt der Mann mit der lauten Stimme und den breiten Ellbogen im Feld seit Jahrzehnten erfolgreich Radrennen. Wie lange er noch im Sattel bleiben will, ist derzeit noch nicht sicher. Fest steht aber, dass auch bei dem eisenharten Sportler Willi Karle mit den Jahren die Kräfte schwinden. Und dennoch: Für sein Alter zeigt Karle noch beachtliche Antritte und sprintet noch so manchem jüngeren Konkurrenten davon. Unvergessen ist vor allem seine Podestplatzierung beim Amateur-Rennen in Wyhl vor einigen Jahren. Der Altersdurchschnitt im Hauptfeld lag dabei Jahrzehnte unter dem Alter von Willi Karle.